Medienflut – Und man ertrinkt
Wieder ein wunderschöner Juli-Morgen. Eine Tasse Kaffee und erstmal gemütlich die Zeitung lesen. Nun ist die erste Tasse leer und während ich mein Notebook aufwecke schenke ich mir eine weitere Tasse ein. Mein Gehirn funktioniert jetzt noch relativ relaxed – bis ich meinen Feedreader aufrufe. Überwältigender Weise verfällt mein Gehirn sofort in einen Stress-Zustand.
1000 ungelesener Blogposts in “Netzartig”.
… und das obwohl ich nur seit 2 Tagen nicht zum lesen kam. Unter “Netzartig” fasse ich alle für mich interessanten Blogs der Netzwelt zusammen, welche sich mit Webtrends, dem Internet oder Netzpolitik befassen. Immerhin warten unter dem Tag “Marketing” immernoch 859 ungelesene Blogposts und von den übringen Kategorien will ich garnicht mehr anfangen. In diesem Augenblick meldet sich mein N95 auf dem Gravity läuft und informiert mich über einen Reply bei Twitter, bei dem ich aufgegeben habe alles mitbekommen zu wollen, denn die Grenze an dem ich noch alles mitbekomme was die von mir verfolgten schreiben, wurde mit dem hundertsten überschritten.
Ich beginne mich also, merkwürdiger Weise, zunächst durch die Tweets bei Twitter zu schlagen um danach zumindest das aktuelle in meinem Google-Reader zu erfassen und möchte garnicht wissen wieviel für mich wichtiges ich hier verpasst habe.
Und auch wenn ich die eine oder andere Informationsquelle bereits durchaus entfernt habe sind dieses Einzelfälle, denn mir beobachtete Blogs und auch jeder, dem ich nun bei Twitter folge, sind mir zu wichtig um diese einfach zu entfernen.
Erschreckender Weise wird mir jetzt bewußt, dass ich noch keinen Podcast gehört habe und der Fernseher, der zwar in der zweiten Reihe steht, aber immernoch da ist, auch noch aus ist. Bin ich froh, dass ich keine Zeitschriftenabos mehr habe…
Der Tag hat jedenfalls nicht genug Stunden. Zumindest nicht, wenn man unter der Woche einem anspruchsvollen Job nachgeht und nur Abends, nachdem die Aufnahmefähigkeit bereits drastisch nachgelassen hat, liesst.
Ach ja, da war ja noch was… Ich führe ja ein Blog – Heute musst du aber unbedingt mal wieder was schreiben sage ich noch so zu mir und haue in die Tasten.
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Ich kann deine Situation leider nur zu gut nachvollziehen.