Nagut, dann schreibe ich halt darüber. Gestern stolperte ich über eine Flut von Artikeln mit dem Titel: Das erste Blog wird zensiert. Zunächst wollte ich nicht darüber schreiben, weil ich ja auch nicht alles abschreiben will was ich lese und lieber meine eigenen Gedanken veröffentliche. Allerdings habe ich auch ein paar Leser, wenn auch vermutlich nicht viele, die die “großen” populären Blogs nicht lesen, was mich dazu bringt doch darüber zu schreiben.

Nun kennt ihr mich als Kritiker. Gerade wenn es um staatliche Einmischung geht bin ich schnell mit meinem Urteil. Allerdings gibt es Grenzen! Z.B. Gewaltverherrlichung, und nein ich rede nicht von “Killerspielen”, hat meiner Meinung nach nichts im Internet verloren. Meinungen, die dazu führen das andere Menschen sich real weh tun (in welcher Form auch immer) gehören zensiert!

Beispiel: Ein Blog schreibt über Waffen und erklärt diese – ist ok! Ein Blog das schreibt an welcher Stelle die Waffe angesetzt werden muss um sich selber in Jenseits zu befördern gehört weg, zensiert, dicht und zu gemacht!

2 Tage nachdem ich davon als erstes gelesen habe ist http://ana-hanna-blogspot.com/ nicht mehr online.  Also habe ich versucht, die Daten anders zu finden. Es geht wohl um eine Bewegung namens Pro-Ana und Pro-Mia:

Die aufgrund des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages eingerichtete Website jugenschutz.net untersuchte 2006/2007 insgesamt 270 deutschsprachige „pro ana“-Websites und stellte folgende, typischerweise immer wiederkehrende Inhalte fest:[2]

  • sacred texts („heilige Texte“):[3] Brief von und an Ana, Glaubensbekenntnis, 10 Gebote, Psalm
  • thinspiration (Kunstwort aus thin, dünn und inspirations, Inspirationen): oftmals nachbearbeitete Fotos von untergewichtigen Stars, Models und anderen Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Magersucht, künstlerische Darstellungen, Videos
  • Tipps & Tricks: Ratschläge und Tipps, wie man immer weiter abnehmen und die Essstörung vor Ärzten, Eltern und Freunden verheimlichen kann
  • Gesetze & Gebote: strikte Anweisungen unter anderem zum Ess- und Sozialverhalten, zur Geheimhaltung, zum Wiegen
  • thinlines: Zitate und Sätze mit Motivationscharakter, zum Beispiel „Hunger hurts, but starving works.“
  • BMI-Rechner

Ohne Sie gesehen zu haben scheint es bei der Webseite genau um dieses Thema zu gehen, was mich in meiner Meinung bestärkt solche Seiten zu zensieren. Ein interessanter Beitrag im Gulli-Forum weißt allerdings darauf hin, dass Blogs ja nicht einfach zu zensieren sind, weil man ja nicht alle Verweise und gecachte Daten löschen kann.

Positiv an dieser Neuigkeit ist, wie schnell sich diese durch die Blogosphäre bewegt hat. Kaum ein Blog oder Nachrichtenportal hat darüber nicht berichtet. Nicht so schön finde ich die Entwicklung erstmal darüber zu fluchen wie schlimm Zensur ist ohne darüber nachzudenken welche Auswirkungen es hätte würde es diese nicht geben.

Wo ist denn nun der Unterschied zwischen staatlicher Zensur über die ich vor ein paar Tagen geschrieben habe und dieser neuen Zensur? Die generelle Zensur bestimmter Webseiten würde auch gut finden, wenn man nicht befürchten müßte, dass die Zensur sich nicht auf Bereiche des öffentlichen Lebens ausbreitet. Desweiteren bin ich der Meinung, dass z.B. die Überwachung des Internets bestimmt Straftaten wie Kinderpornografie, Terrorismus und viele andere Dinge, nicht verhindern kann. Die klassische Ermittlungarbeit ist, jedenfalls lässt dieser Artikel das vermuten, immernoch die beste Ermittlungarbeit.

Fazit: Aufpassen das wir nicht zensiert werden, aber bitte auch die Indizien nicht aus den Augen verlieren. Nicht alles was der Staat macht ist böse…

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2 thoughts on “Das erste Blog wird zensiert

  • Pingback: Magersuchtblog zensiert! - Di

  • 23. Januar 2009 at 22:28
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    Zensur ist wie ein Medikament für die Gesellschaft. Richtig eingesetzt, schützt sie vor dem Verfall. Falsch dosiert, bringt sie um.

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